Die Net.Data-Konfigurationsvariablenanweisungen legen die Werte der Konfigurationsvariablen fest. Konfigurationsvariablen werden für verschiedene Zwecke verwendet. Einige Variablen sind bei bestimmten Sprachumgebungen für die ordnungsgemäße Funktion oder den Betrieb in einem alternativen Modus erforderlich. Andere Variablen steuern die Zeichenverschlüsselung oder den Inhalt der momentan erstellten Web-Seite. Mit Konfigurationsvariablenanweisungen können Sie zudem anwendungsspezifische Variablen definieren.
Die verwendeten Konfigurationsvariablen hängen von den verwendeten Sprachumgebungen sowie anderen, anwendungsspezifischen Faktoren ab.
Gehen Sie wie folgt vor, um die Konfigurationsvariablenanweisungen zu aktualisieren:
Passen Sie die Initialisierungsdatei mit den Konfigurationsvariablen an, die für Ihre Anwendung erforderlich sind. Eine Konfigurationsvariable hat die folgende Syntax:
NAME[=]value-string
Das Gleichheitszeichen ist wahlfrei, was durch die eckigen Klammern angegeben wird.
In den folgenden Unterabschnitten werden die Konfigurationsvariablenanweisungen beschrieben, die Sie in der Initialisierungsdatei angeben können:
Gibt die Speicherkapazität in Megabyte an, die Net.Data beim Zwischenspeichern von Makros verwenden soll. Wenn die Cache-Größe überschritten wird, entfernt Net.Data alte zwischengespeicherte Makros, um im Cache Speicherplatz freizugeben. Net.Data entfernt die Makros, deren Verwendung am weitesten zurückliegt.
Syntax:
DTW_MACRO_CACHE_SIZE [=] size
Dabei gilt folgendes:
Beispiel: Angeben der Cache-Größe 16 MB
DTW_MACRO_CACHE_SIZE 16
Zeigt einer Sprachumgebung an, ob Zeichenparameter, die an ein Programm oder eine gespeicherte Prozedur übergeben werden sollen, mit Leerzeichen aufgefüllt werden. Zeichenparameter haben den Datentyp CHARACTER oder CHAR.
Wenn bei IN- oder INOUT-Parametern die Länge des Parameterwerts die angegebene Genauigkeit unterschreitet, werden rechts vom Parameterwert Leerzeichen eingefügt, bis die Länge des Parameterwerts mit der Genauigkeit übereinstimmt.
Bei OUT-Parametern wird der Parameterwert auf die durch precision angegebene Anzahl Leerzeichen gesetzt.
Nach dem Aufruf des Programms bzw. der gespeicherten Prozedur werden alle folgenden Leerzeichen aus den OUT- und INOUT-Parameterwerten entfernt.
Setzen Sie diese Variable in der Net.Data-Initialisierungsdatei auf einen Wert für alle Makros. Sie können den Wert durch eine entsprechende Definition im Makro überschreiben. Wenn DTW_PAD_PGM_PARMS nicht im Makro definiert ist, verwendet diese Variable den Wert in der Initialisierungsdatei.
DTW_PAD_PGM_PARMS wird von der Direktaufruf- und SQL-Sprachumgebung unterstützt.
Syntax:
DTW_PAD_PGM_PARMS [=] YES|NO
Dabei gilt folgendes:
Überschreibt die Wirksamkeit der Einstellung SHOWSQL in Ihren Net.Data-Makros.
Syntax:
DTW_SHOWSQL YES|NO
Dabei gilt folgendes:
Tabelle 1 beschreibt, wie die Einstellungen in der
Net.Data-Initialisierungsdatei und das Makro festlegen, ob die Variable
SHOWSQL für ein bestimmtes Makro aktiviert oder inaktiviert ist.
| Einstellung von DTW_SHOWSQL | Einstellung SHOWSQL | SQL-Anweisung angezeigt |
|---|---|---|
| NO | NO | NO |
| NO | YES | NO |
| YES | NO | NO |
| YES | YES | YES |
Gibt die ASCII-CCSID (Coded Character Set Identifier - ID für codierten Zeichensatz) an, die dem in DTW_SMTP_CHARSET angegebenen MIME-Zeichensatz (MIME - Multi-purpose Internet Mail Extensions) zugeordnet ist. Die CCSID muß verwendet werden, wenn in der Funktion DTW_SENDMAIL angegebene Daten von EBCDIC in ASCII umgesetzt werden.
Wird DTW_SMTP_CCSID angegeben, müssen Sie auch DTW_SMTP_CHARSET angeben. Stellen Sie bei Angabe der CCSID sicher, daß sie für den in DTW_SMTP_CHARSET angegebenen MIME-Zeichensatz geeignet ist und daß die CCSID vom System unterstützt wird. Tabelle 2 listet gängige MIME-Zeichensätze und die zugeordnete ASCII-CCSID auf. Wenn DTW_SMTP_CCSID nicht festgelegt wird, verwendet Net.Data die CCSID, die dem MIME-Zeichensatz ISO-8859-1 zugeordnet ist, also 819.
Syntax:
DTW_SMTP_CCSID [=] ascii_ccsid
Dabei gilt folgendes: ascii_ccsid ist die beim Umsetzen von EBCDIC in ASCII zu verwendende ASCII-CCSID (eine Zahl zwischen 1 und 65534).
Beispiel:
DTW_SMTP_CCSID 912
Diese ASCII-CCSID entspricht dem MIME-Zeichensatz ISO-8859-2.
Gibt den MIME-Zeichensatz (MIME - Multi-purpose Internet Mail Extensions) an, der in E-Mail-Nachrichten von der Funktion DTW_SENDMAIL verwendet werden soll. Wird DTW_SMTP_CHARSET angegeben, müssen Sie auch DTW_SMTP_CCSID angeben. Stellen Sie bei Angabe des MIME-Zeichensatzes sicher, daß der Zeichensatz gültig ist, denn Net.Data prüft den für diese Variable angegebenen Wert nicht. Wenn DTW_SMTP_CHARSET nicht festgelegt wird, verwendet Net.Data den MIME-Zeichensatz ISO-8859-1 mit der zugeordneten CCSID 819.
Tabelle 2 listet gängige MIME-Zeichensätze und die zugeordnete ASCII-CCSID auf.
Tabelle 2. Von Net.Data unterstützte Zeichensätze
| MIME-Standardzeichensatz | ASCII-CCSID | Beschreibung |
|---|---|---|
| US-ASCII | 367 | Amerikanisches Englisch |
| ISO-2022-JP | 5052 | MBCS (Japan) |
| ISO-8859-1 | 819 | Lateinisch-1 |
| ISO-8859-2 | 912 | Lateinisch-2 |
| ISO-8859-5 | 915 | Kyrillisch |
| ISO-8859-6 | 1089 | Arabisch |
| ISO-8859-7 | 813 | Griechisch |
| ISO-8859-8 | 916 | Hebräisch |
| ISO-8859-9 | 920 | Lateinisch-5 |
Syntax:
DTW_SMTP_CHARSET character_set
Dabei gilt folgendes: character_set ist der zu verwendende MIME-Zeichensatz.
Beispiel:
DTW_SMTP_CHARSET iso-8859-2
Dieser MIME-Zeichensatz entspricht der ASCII-CCSID 912.
Gibt den SMTP-Server an, der zum Senden von E-Mail-Nachrichten über die integrierte Funktion DTW_SENDMAIL verwendet werden soll. Der Wert dieser Variablen kann ein Host-Name oder eine IP-Adresse sein. Wenn diese Variable nicht gesetzt wird, verwendet Net.Data den lokalen Host als SMTP-Server.
Syntax:
DTW_SMTP_SERVER server_name
Dabei gilt folgendes: server_name ist der Host-Name bzw. die IP-Adresse des SMTP-Servers, der zum Senden von E-Mail-Nachrichten verwendet werden soll.
Hinweis zur Leistung: Geben Sie eine IP-Adresse für diesen Wert an, um zu verhindern, daß Net.Data die Verbindung zu einem Domänennamens-Server herstellt, wenn die IP-Adresse des angegebenen SMTP-Servers abgerufen wird.
Beispiel:
DTW_SMTP_SERVER 9.5.34.5
Die Sprachumgebung DTW_SQL verwendet die Konfigurationsanweisung DTW_SQL_ISOLATION, um festzulegen, in welchem Umfang Datenbankoperationen, die von der Sprachumgebung DTW_SQL ausgeführt werden, von gleichzeitig ablaufenden Prozessen isoliert werden.
Syntax:
DTW_SQL_ISOLATION locking_method
Dabei gilt folgendes: locking_method ist einer der folgenden Werte:
Die Konfigurationsanweisung DTW_SQL_NAMING_MODE legt fest, wie ein Tabellenname in einer SQL-Anweisung angegeben werden kann.
Syntax:
DTW_SQL_NAMING_MODE mode
Dabei gilt folgendes: mode ist einer der folgenden Werte:
collection.table
Hierbei ist collection der Name der Datensammlung und table der Tabellenname. Das Standardqualifikationsmerkmal ist die Benutzer-ID, die den Prozeß ausführt, der wiederum die SQL-Anweisung ausführt; es wird verwendet, wenn der Tabellenname nicht explizit qualifiziert und der Standarddatensammlungsname nicht angegeben wird. SQL_NAMING ist der Standardtabellenname.
library/file
Hierbei ist library der Name der Bibliothek und file der Tabellenname. Der Standardsuchpfad ist die Bibliotheksliste (*LIBL) für den Tabellennamen ohne Qualifikationsmerkmal, wenn der Tabellenname (file) nicht explizit qualifiziert und kein Standarddatensammlungsname (library) angegeben wird.
Gibt an, ob eine Web-Registrierdatenbank geschlossen oder offen gehalten werden soll. Mit dieser Variable kann die Web-Registrierdatenbank offen gehalten werden, so daß nachfolgende Aufrufe von Net.Data-Makros, die auf die gleiche Registrierdatenbank zugreifen, die Registrierdatenbank nicht erneut öffnen müssen.
Syntax:
DTWR_CLOSE_REGISTRIES YES|NO
Dabei gilt folgendes:
Hinweis zur Leistung: Sie können die Konfigurationsanweisung DTWR_CLOSE_REGISTRIES verwenden, um die Leistung beim Zugriff auf eine Web-Registrierdatenbank (mit den integrierten Funktionen der Web-Registrierdatenbank) zu erhöhen, indem Registrierdatenbanken weniger oft geöffnet und geschlossen werden müssen. Wenn mehrere Prozesse gleichzeitig auf die Registrierdatenbank zugreifen können (wie dies bei simultaner Browser-Anforderung der Fall ist), setzen Sie DTWR_CLOSE_REGISTRIES auf YES.