IBM Buch

Verwaltung und Programmierung für OS/400

Konfigurationsvariablenanweisungen

Die Net.Data-Konfigurationsvariablenanweisungen legen die Werte der Konfigurationsvariablen fest. Konfigurationsvariablen werden für verschiedene Zwecke verwendet. Einige Variablen sind bei bestimmten Sprachumgebungen für die ordnungsgemäße Funktion oder den Betrieb in einem alternativen Modus erforderlich. Andere Variablen steuern die Zeichenverschlüsselung oder den Inhalt der momentan erstellten Web-Seite. Mit Konfigurationsvariablenanweisungen können Sie zudem anwendungsspezifische Variablen definieren.

Die verwendeten Konfigurationsvariablen hängen von den verwendeten Sprachumgebungen sowie anderen, anwendungsspezifischen Faktoren ab.

Gehen Sie wie folgt vor, um die Konfigurationsvariablenanweisungen zu aktualisieren:

Passen Sie die Initialisierungsdatei mit den Konfigurationsvariablen an, die für Ihre Anwendung erforderlich sind. Eine Konfigurationsvariable hat die folgende Syntax:

NAME[=]value-string

Das Gleichheitszeichen ist wahlfrei, was durch die eckigen Klammern angegeben wird.


In den folgenden Unterabschnitten werden die Konfigurationsvariablenanweisungen beschrieben, die Sie in der Initialisierungsdatei angeben können:

DTW_MACRO_CACHE_SIZE: Variable für Makro-Cache-Größe

Gibt die Speicherkapazität in Megabyte an, die Net.Data beim Zwischenspeichern von Makros verwenden soll. Wenn die Cache-Größe überschritten wird, entfernt Net.Data alte zwischengespeicherte Makros, um im Cache Speicherplatz freizugeben. Net.Data entfernt die Makros, deren Verwendung am weitesten zurückliegt.

Syntax:

DTW_MACRO_CACHE_SIZE [=] size

Dabei gilt folgendes:

size
Gibt die Cache-Größe in Anzahl Megabyte an. Der Standardwert ist 5 MB, und Caching ist immer aktiviert. Wenn size 0 ist, werden keine Makros zwischengespeichert. Wenn size zwischen 1 - 4 liegt, wird der Standardwert 5 verwendet.

Beispiel: Angeben der Cache-Größe 16 MB

DTW_MACRO_CACHE_SIZE 16

DTW_PAD_PGM_PARMS: Konfigurationsvariable für Parameterauffüllung

Zeigt einer Sprachumgebung an, ob Zeichenparameter, die an ein Programm oder eine gespeicherte Prozedur übergeben werden sollen, mit Leerzeichen aufgefüllt werden. Zeichenparameter haben den Datentyp CHARACTER oder CHAR.

Wenn bei IN- oder INOUT-Parametern die Länge des Parameterwerts die angegebene Genauigkeit unterschreitet, werden rechts vom Parameterwert Leerzeichen eingefügt, bis die Länge des Parameterwerts mit der Genauigkeit übereinstimmt.

Bei OUT-Parametern wird der Parameterwert auf die durch precision angegebene Anzahl Leerzeichen gesetzt.

Nach dem Aufruf des Programms bzw. der gespeicherten Prozedur werden alle folgenden Leerzeichen aus den OUT- und INOUT-Parameterwerten entfernt.

Setzen Sie diese Variable in der Net.Data-Initialisierungsdatei auf einen Wert für alle Makros. Sie können den Wert durch eine entsprechende Definition im Makro überschreiben. Wenn DTW_PAD_PGM_PARMS nicht im Makro definiert ist, verwendet diese Variable den Wert in der Initialisierungsdatei.

DTW_PAD_PGM_PARMS wird von der Direktaufruf- und SQL-Sprachumgebung unterstützt.

Syntax:

DTW_PAD_PGM_PARMS [=] YES|NO

Dabei gilt folgendes:

YES
Gibt an, daß alle IN- und INOUT-Zeichenparameterwerte linksbündig sind und auf die definierte Genauigkeit des Parameters mit Leerzeichen aufgefüllt werden, bevor die Parameter an das Programm bzw. die gespeicherte Prozedur übergeben werden. Folgende Leerzeichen werden nach dem Aufruf des Programms bzw. der gespeicherten Prozedur entfernt.

NO
Gibt an, daß Zeichenparameterwerte nicht mit Leerzeichen aufgefüllt werden (Werte enden auf Null), wenn Parameter an Programme bzw. gespeicherte Prozeduren übergeben werden. Folgende Leerzeichen werden nach dem Aufruf eines Programms bzw. einer gespeicherten Prozedur nicht entfernt. Dies ist der Standardwert.

DTW_SHOWSQL: Konfigurationsvariable zum Aktivieren bzw. Inaktivieren von SHOWSQL

Überschreibt die Wirksamkeit der Einstellung SHOWSQL in Ihren Net.Data-Makros.

Syntax:

DTW_SHOWSQL YES|NO

Dabei gilt folgendes:

YES
Aktiviert SHOWSQL in einem Makro, das den Wert von SHOWSQL auf YES setzt.

NO
Inaktiviert SHOWSQL in Ihren Makros, selbst wenn die Variable SHOWSQL auf YES gesetzt ist. Der Standardwert ist NO.

Tabelle 1 beschreibt, wie die Einstellungen in der Net.Data-Initialisierungsdatei und das Makro festlegen, ob die Variable SHOWSQL für ein bestimmtes Makro aktiviert oder inaktiviert ist.

Tabelle 1. Die Beziehung zwischen den Einstellungen in der Net.Data-Initialisierungsdatei und dem Makro für SHOWSQL
Einstellung von DTW_SHOWSQL Einstellung SHOWSQL SQL-Anweisung angezeigt
NO NO NO
NO YES NO
YES NO NO
YES YES YES

DTW_SMTP_CCSID: CCSID-Variable für E-Mail-SMTP

Gibt die ASCII-CCSID (Coded Character Set Identifier - ID für codierten Zeichensatz) an, die dem in DTW_SMTP_CHARSET angegebenen MIME-Zeichensatz (MIME - Multi-purpose Internet Mail Extensions) zugeordnet ist. Die CCSID muß verwendet werden, wenn in der Funktion DTW_SENDMAIL angegebene Daten von EBCDIC in ASCII umgesetzt werden.

Wird DTW_SMTP_CCSID angegeben, müssen Sie auch DTW_SMTP_CHARSET angeben. Stellen Sie bei Angabe der CCSID sicher, daß sie für den in DTW_SMTP_CHARSET angegebenen MIME-Zeichensatz geeignet ist und daß die CCSID vom System unterstützt wird. Tabelle 2 listet gängige MIME-Zeichensätze und die zugeordnete ASCII-CCSID auf. Wenn DTW_SMTP_CCSID nicht festgelegt wird, verwendet Net.Data die CCSID, die dem MIME-Zeichensatz ISO-8859-1 zugeordnet ist, also 819.

Syntax:

DTW_SMTP_CCSID [=] ascii_ccsid

Dabei gilt folgendes: ascii_ccsid ist die beim Umsetzen von EBCDIC in ASCII zu verwendende ASCII-CCSID (eine Zahl zwischen 1 und 65534).

Beispiel:

DTW_SMTP_CCSID 912

Diese ASCII-CCSID entspricht dem MIME-Zeichensatz ISO-8859-2.

DTW_SMTP_CHARSET: Variable für E-Mail-SMTP-Zeichensatz

Gibt den MIME-Zeichensatz (MIME - Multi-purpose Internet Mail Extensions) an, der in E-Mail-Nachrichten von der Funktion DTW_SENDMAIL verwendet werden soll. Wird DTW_SMTP_CHARSET angegeben, müssen Sie auch DTW_SMTP_CCSID angeben. Stellen Sie bei Angabe des MIME-Zeichensatzes sicher, daß der Zeichensatz gültig ist, denn Net.Data prüft den für diese Variable angegebenen Wert nicht. Wenn DTW_SMTP_CHARSET nicht festgelegt wird, verwendet Net.Data den MIME-Zeichensatz ISO-8859-1 mit der zugeordneten CCSID 819.

Tabelle 2 listet gängige MIME-Zeichensätze und die zugeordnete ASCII-CCSID auf.


Tabelle 2. Von Net.Data unterstützte Zeichensätze
MIME-Standardzeichensatz ASCII-CCSID Beschreibung
US-ASCII 367 Amerikanisches Englisch
ISO-2022-JP 5052 MBCS (Japan)
ISO-8859-1 819 Lateinisch-1
ISO-8859-2 912 Lateinisch-2
ISO-8859-5 915 Kyrillisch
ISO-8859-6 1089 Arabisch
ISO-8859-7 813 Griechisch
ISO-8859-8 916 Hebräisch
ISO-8859-9 920 Lateinisch-5

Syntax:

DTW_SMTP_CHARSET character_set

Dabei gilt folgendes: character_set ist der zu verwendende MIME-Zeichensatz.

Beispiel:

DTW_SMTP_CHARSET iso-8859-2

Dieser MIME-Zeichensatz entspricht der ASCII-CCSID 912.

DTW_SMTP_SERVER: Variable für E-Mail-SMTP-Server

Gibt den SMTP-Server an, der zum Senden von E-Mail-Nachrichten über die integrierte Funktion DTW_SENDMAIL verwendet werden soll. Der Wert dieser Variablen kann ein Host-Name oder eine IP-Adresse sein. Wenn diese Variable nicht gesetzt wird, verwendet Net.Data den lokalen Host als SMTP-Server.

Syntax:

DTW_SMTP_SERVER server_name

Dabei gilt folgendes: server_name ist der Host-Name bzw. die IP-Adresse des SMTP-Servers, der zum Senden von E-Mail-Nachrichten verwendet werden soll.

Hinweis zur Leistung: Geben Sie eine IP-Adresse für diesen Wert an, um zu verhindern, daß Net.Data die Verbindung zu einem Domänennamens-Server herstellt, wenn die IP-Adresse des angegebenen SMTP-Servers abgerufen wird.

Beispiel:

DTW_SMTP_SERVER 9.5.34.5

DTW_SQL_ISOLATION: DB2-Isolationsvariable

Die Sprachumgebung DTW_SQL verwendet die Konfigurationsanweisung DTW_SQL_ISOLATION, um festzulegen, in welchem Umfang Datenbankoperationen, die von der Sprachumgebung DTW_SQL ausgeführt werden, von gleichzeitig ablaufenden Prozessen isoliert werden.

Syntax:

DTW_SQL_ISOLATION locking_method

Dabei gilt folgendes: locking_method ist einer der folgenden Werte:

DTW_SQL_NO_COMMIT
Gibt an, daß die COMMIT-Steuerung nicht verwendet wird. Geben Sie diesen Wert beim Betriebssystem OS/400 nicht an, wenn im Verzeichnis für die relationale Datenbank eine relationale Datenbank angegeben wurde und sich diese auf einem System befindet, das nicht unter OS/400 ausgeführt wird.

DTW_SQL_READ_UNCOMMITTED
Gibt die Sperrung für die Objekte an, auf die in den Anweisungen SQL ALTER, COMMENT ON, CREATE, DROP, GRANT, LABEL ON und REVOKE verwiesen wird, sowie für die aktualisierten, gelöschten und eingefügten Zeilen. Die Objekte werden bis zum Ende der Arbeitseinheit (Transaktion) gesperrt. Nicht festgeschriebene Änderungen in anderen Prozessen sind sichtbar.

DTW_SQL_READ_COMMITTED
Gibt die Sperrung für die Objekte an, auf die in den Anweisungen SQL ALTER, COMMENT ON, CREATE, DROP, GRANT, LABEL ON und REVOKE verwiesen wird, sowie für die aktualisierten, gelöschten und eingefügten Zeilen. Die Objekte werden bis zum Ende der Arbeitseinheit (Transaktion) gesperrt. Eine Zeile, die ausgewählt ist, jedoch nicht aktualisiert wird, wird gesperrt, bis die nächste Zeile ausgewählt wird. Nicht festgeschriebene Änderungen in anderen Prozessen sind nicht sichtbar.

DTW_SQL_REPEATABLE_READ
Gibt die Sperrung für die Objekte an, auf die in den Anweisungen SQL ALTER, COMMENT ON, CREATE, DROP, GRANT, LABEL ON und REVOKE verwiesen wird, sowie für die ausgewählten, aktualisierten, gelöschten und eingefügten Zeilen. Die Objekte werden bis zum Ende der Arbeitseinheit (Transaktion) gesperrt. Nicht festgeschriebene Änderungen in anderen Prozessen sind nicht sichtbar.

DTW_SQL_SERIALIZABLE
Gibt die Sperrung für die Objekte an, auf die in den Anweisungen SQL ALTER, COMMENT ON, CREATE, DROP, GRANT, LABEL ON und REVOKE verwiesen wird, sowie für die ausgewählten, aktualisierten, gelöschten und eingefügten Zeilen. Die Objekte werden bis zum Ende der Arbeitseinheit (Transaktion) gesperrt. Nicht festgeschriebene Änderungen in anderen Prozessen sind nicht sichtbar. Alle Tabellen, auf die in den Anweisungen SELECT, UPDATE, DELETE und INSERT verwiesen wird, werden bis zum Ende der Arbeitseinheit (Transaktion) zur ausschließlichen Nutzung gesperrt.

DTW_SQL_NAMING_MODE: SQL-Tabellenbenennungsvariable

Die Konfigurationsanweisung DTW_SQL_NAMING_MODE legt fest, wie ein Tabellenname in einer SQL-Anweisung angegeben werden kann.

Syntax:

DTW_SQL_NAMING_MODE mode

Dabei gilt folgendes: mode ist einer der folgenden Werte:

SQL_NAMING
Gibt an, daß Tabellen im folgenden Format durch den Datensammlungsnamen qualifiziert werden:
collection.table

Hierbei ist collection der Name der Datensammlung und table der Tabellenname. Das Standardqualifikationsmerkmal ist die Benutzer-ID, die den Prozeß ausführt, der wiederum die SQL-Anweisung ausführt; es wird verwendet, wenn der Tabellenname nicht explizit qualifiziert und der Standarddatensammlungsname nicht angegeben wird. SQL_NAMING ist der Standardtabellenname.

SYSTEM_NAMING
Gibt an, daß Dateien im folgenden Format durch den Bibliotheksnamen qualifiziert werden:
library/file

Hierbei ist library der Name der Bibliothek und file der Tabellenname. Der Standardsuchpfad ist die Bibliotheksliste (*LIBL) für den Tabellennamen ohne Qualifikationsmerkmal, wenn der Tabellenname (file) nicht explizit qualifiziert und kein Standarddatensammlungsname (library) angegeben wird.

DTWR_CLOSE_REGISTRIES: Variable zum Öffnen der Web-Registrierdatenbank

Gibt an, ob eine Web-Registrierdatenbank geschlossen oder offen gehalten werden soll. Mit dieser Variable kann die Web-Registrierdatenbank offen gehalten werden, so daß nachfolgende Aufrufe von Net.Data-Makros, die auf die gleiche Registrierdatenbank zugreifen, die Registrierdatenbank nicht erneut öffnen müssen.

Syntax:

DTWR_CLOSE_REGISTRIES YES|NO

Dabei gilt folgendes:

YES
Gibt an, daß alle offenen Web-Registrierdatenbanken nach der Verarbeitung eines Net.Data-Makros geschlossen werden.

NO
Gibt an, daß alle offenen Web-Registrierdatenbanken nach der Verarbeitung eines Net.Data-Makros offen gehalten werden. Der Standardwert ist NO.

Hinweis zur Leistung: Sie können die Konfigurationsanweisung DTWR_CLOSE_REGISTRIES verwenden, um die Leistung beim Zugriff auf eine Web-Registrierdatenbank (mit den integrierten Funktionen der Web-Registrierdatenbank) zu erhöhen, indem Registrierdatenbanken weniger oft geöffnet und geschlossen werden müssen. Wenn mehrere Prozesse gleichzeitig auf die Registrierdatenbank zugreifen können (wie dies bei simultaner Browser-Anforderung der Fall ist), setzen Sie DTWR_CLOSE_REGISTRIES auf YES.


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